www.my.barackobama.com

Dieses Video bietet eine kurze Einführung in die Online-Community www.my.barackobama.com, mit der es Barack Obama gelang, Millionen von Anhängern zu mobilisieren und eine Rekordsumme an Spenden – vor allem Kleinspenden - zu sammeln. MyBO, konzipiert und gestaltet von der Firma Blue State Digital, macht es Nutzern leicht, mit Gleichgesinnten vor Ort in Kontakt zu treten und verschiedene Formen der Wählerwerbung in der eigenen Nachbarschaft zu organisieren, z.B. Telefonaktionen oder Hausbesuche. Auch zum Spendensammeln und Bloggen bot die Plattform die nötigen Werkzeuge.

Was man von der Obama-Kampagne lernen kann

Joshua Franklin-Hodge, einer der Mitbegründer von Blue State Digital, spricht über vier Kern-Lektionen der Online-Kampagne für Barack Obama. Eine erfolgreiche Online-Kampagne, so Franklin-Hodge, muss erstens handlungsorientiert sein: Die Nutzer sollen nicht stundenlang vor dem Computer hocken, sondern rausgehen und etwas im Sinn der Kampagne tun. Zweitens gilt es, sich authentisch zu präsentieren: Wenn eine Organisation nur aus fünf Leuten besteht, hat es keinen Sinn so zu tun, als sei man ein riesige Bewegung. Drittens gehe es darum, schnell auf Ereignisse zu reagieren. Auch ein gutes und professionelles Design sei wichtig: Bei der Obama-Kampagne z.B. stammte das komplette Branding, von den E-Mails über die Logos bis hin zur Gestaltung der Flugzeugaußenflächen aus einer Hand. Viertens schließlich ist es entscheidend, alle Aktivitäten so detailliert wie möglich zu messen, um schnell herauszufinden, was gut funktioniert und was nicht.

Connected Marketing

Warum das Obama-Marketing hierzulande nicht eins zu eins imitiert werden kann

In seinem Blog „Connected Marketing“ machte sich Martin Oetting, einer unserer Gäste zum Thema, bereits im März 2009 Gedanken darüber, ob sich die Barack Obamas erfolgreiche Online-Kampagne auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt. Eins zu eins kann es jedenfalls nicht imitiert werden, so Oetting, denn in Deutschland fehlt es (1) an politischen Promis, die als solche das Web 2.0 erfolgreich nutzen könnten, (2) einer umfassenden sozialen Bewegung, wie es in den USA die Opposition gegen George W. Bush war, (3) an einem wirkungsmächtigen kollektiven Traum wie dem American Dream, sowie (4) am nötigen Geld. Lesenswert auch die Diskussion in den Kommentaren.

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© der Freitag

No, we can’t: Wie die SPD Wähler im Netz gewinnen wollte und kläglich scheiterte

Kurz vor der Bundestagswahl brachte die Wochenzeitung Der Freitag den anonymen Bericht eines Insiders aus der Mitte der sozialdemokratischen Wahlkampfmaschine. Wie fast überall diente Barack Obamas Online-Kampagne auch und gerade der SPD, die sich als modern und internetaffin präsentiert, als leuchtendes Vorbild. Doch der große Web 2.0-Wurf scheitert an den bürokratisch-hierarchischen Strukturen im Willy-Brandt-Haus und der Angst vor Kontrollverlust: „Zuviel Community, zuviel Offenheit erscheint den Genossen offenbar als zu riskant. Man hat ja schon die Presse nicht unter Kontrolle, wie soll man da das wilde, freie Leben all der Blogger und Checkerer und Twitterer und Chatter im Netz im Griff haben?“

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Und alle so: Yeaahh.

Die deutschen Parteien haben nach amerikanischem Vorbild im Wahlkampf um die Internetgemeinde geworben, aber verstanden haben sie das Web nicht – so das Urteil einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim. Viele nutzten das Netz mehr als elektronische Plakatwand als zur Mobilisierung der Wähler. Am eigenen Anspruch, im Internet bürgernah und barrierefrei zu sein, scheitern laut der Studie alle Parteien. Als Reaktion auf die fehlende Interaktivität entwickelte die Internetgemeinde kurz vor Ende des Wahlkampfs eine ganz neue Form des politischen Protests: So genannte „Flashmobs“, bei denen sich wildfremde Menschen im Internet verabreden und zusammenkommen, um gemeinsam zu demonstrieren, begleiteten mit lauten „Yeaah!“-Rufen die letzten Wahlkampfauftritte von Angela Merkel. „Die Leute haben sich gegen den zähen Wahlkampf gewehrt“, so Spreeblick-Bloggerin Tanja Haeusler in der Süddeutschen Zeitung: „Das war ein Befreiungsschlag.“

Biographisches

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Transscipts

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