

Walls between People - Mauern zwischen Menschen
2009 feiern die Deutschen die Überwindung der Berliner Mauer und der innerdeutschen Teilung sowie die friedliche Revolution der Bürger der damaligen DDR vor 20 Jahren. Die Bilder von 1989 zeigen lachende, jubelnde und befreite Menschen, sie zeigen bürgerliches Engagement und beeindruckende Zivilcourage und sie zeigen anrührende Szenen der Wiedervereinigung von Familien und Freunden. Die Welt blickt in diesen Tagen auf Berlin! Aber was ist mit den anderen, den zahlreichen noch bestehenden Mauern und Grenzen in der Welt?
In seiner viel beachteten Rede vor der Siegessäule in Berlin hat Barack Obama erklärt, dass keine Mauern Bestand haben dürfen: Weder die Mauern zwischen Armen und Reichen, noch jene zwischen Ethnien und Völkern, noch jene zwischen Einheimischen und Migranten, noch jene zwischen Christen, Muslimen und Juden, d. h. zwischen Religionen. Alle diese Mauern müssen eingerissen werden, so der jüngst mit dem Friedensnobelpreis geehrte Obama.
Vor dem Hintergrund des 20. Jahrestages der Überwindung der Berliner Mauer diskutierten die Politikwissenschaftlerin Alexandra Novosseloff sowie der Journalist und Filmemacher Thierry Denis mit den Architekten und Stadtplanern Sami Mura und Anna Grichting die Herausforderungen der Friedenspolitik Barack Obamas durch die noch bestehenden Mauern in der Welt. Im Mittelpunkt standen die Grenze zwischen den beiden Koreas, die Mauer, die Israel entlang und teilweise jenseits seiner Grenze zu den besetzten Gebieten der Westbank errichtet und die Grenzanlagen der USA an deren Grenze zu Mexiko.
Gemeinsam mit Thierry Denis gab Alexandra Novosseloff, deren Fotoausstellung „DES MURS ENTRE LES HOMMES“ zur Zeit im Institut Français in Berlin zu sehen ist, anhand ausgewählter Bilder ihrer Mauern-Dokumentation und verschiedener Ausschnitten aus Thierry Denis neuestem Film „Walls of Shame“ einen Überblick über die aktuell noch bestehenden Mauern in der Welt. Der Palästinenser Sami Mura beleuchtete die komplexe Situation im Israel/Palästina-Konflikt und die ersten Schritte der neuen Obama-Administration zur Wiederbelebung der ins Stocken geratenen Friedensbemühungen. Anna Grichting, die in Harvard lehrende Stadtplanerin, berichtete von der aktuellen Situation in Korea und auf Zypern. Dabei galt ihr Hauptaugenmerk dem Entstehen von spezifischen Grenzlandökologien und den ganz unterschiedlichen Verarbeitungskulturen von Grenzlanderfahrungen.





