
Bewohnerin von Altgeld Gardens
Fotoreportage: Altgeld Gardens setzt große Hoffnungen auf Obama
Am Tag nach Barack Obamas Wahl zum US-Präsidenten besuchten die US-Journalistin Linda Paul und der Fotograf Richard Cahan die Chicagoer Siedlung Altgeld Gardens, in der Obama Mitte der 1980er als Community Organizer tätig war. Die Freude der Bewohner über Obamas Sieg war riesig, ebenso wie die Hoffnung auf eine nachhaltige Verbesserung ihrer Situation. Altgeld Gardens liegt im äußersten Süden Chicagos. Die Siedlung aus zweistöckigen Reihenhäusern war ursprünglich für Veteranen des Zweiten Weltkriegs errichtet worden. Sie ist umgeben vom schadstoffbelasteten Calumet River, einer alten Mülldeponie und einer Abwasserwiederaufbereitungsanlage. Die Bewohner haben mit Umweltverschmutzung, Kriminalität und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Am Tag nach der Wahl jedoch redeten alle nur über Barack Obama – und darüber, was sie von der Zukunft erwarten.
Centers for New Horizons, Chicago
Der Community Organizer Johnnie Owens arbeitet zurzeit für die Organisation Centers for New Horizons im historischen Bronzeville-Viertel in der South Side von Chicago. Ziel der Organisation ist es, Familien in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich zu leben, ihre Lebensqualität zu verbessern und zum Wiedererstarken ihres Wohnviertels beizutragen. Die Programme des Centers umfassen u.a. die Bereiche Community Building, Arbeitsvermittlung, Pflegekinder/Adoption, Angebote für Senioren, Jugendarbeit sowie frühkindliche Erziehung. Dieser kurze Videoclip ist eine von drei Werbebotschaften, mit denen die Organisation in Chicago derzeit auf ihre Arbeit hinweist. Mehr Informationen unter www.cnh.org.
„A More Perfect Union“: Obamas Grundsatzrede zur Rassenproblematik
Lange hatte es Barack Obama im Wahlkampf vermieden, seine Hautfarbe und die Rassenproblematik im Allgemeinen zu thematisieren – aus Angst, damit weiße Wählerschichten zu verprellen. Doch als sich die Kontroverse um seinen Pastor Jeremiah Wright, der die USA in mehreren Predigten als rassistisch und ungerecht angeklagt hatte, immer mehr zuspitzte, sah sich Obama veranlasst, am 18. März 2008 eine grundsätzliche Stellungname zum Thema „Race“ abzugeben. Die knapp 40-minütige Rede „A More Perfect Union“, in der er sich einerseits von den radikalen Thesen Wrights distanzierte, andererseits aber auch die anhaltenden Spannungen zwischen Schwarz und Weiß in der US-Gesellschaft ungewöhnlich offen ansprach, wurde schnell als historisch eingestuft. Die Rede, in der Obama Persönliches, Historisches und Politisches gewohnt eindrucksvoll miteinander verwebt, entwickelte sich zum Renner auf „You Tube“ und wurde dort bis heute mehr als 7 Millionen Mal angeklickt.
Musiker und Lyriker Cheo Solder,
© Cheo Solder
Zu den Texten von Cheo Solder
Hier finden Sie einige der Gedichte, die Cheo Solder gemeinsam mit Jon Sass und Béatrice Graf vortragen wird. „False Dawn“ ist ein Gebet für Barack Obama, das Solder am Tag nach Obamas Ernennung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei schrieb. Das Gedicht ist eine Warnung an alle Afroamerikaner, die in Obama eine Art Erlöser sehen, indem es sie daran erinnert, dass er zum Präsidenten der gesamten Vereinigten Staaten gewählt wurde und als solcher nicht die schwarzen Amerikaner oder deren spezifische Interessen repräsentiert. In „Elephants and Memories“ geht es um die Verantwortung aller Afroamerikaner, selbst für ihre Belange einzutreten und all die offensichtlichen Fallen zu umgehen, die ihnen in den USA Tag für Tag gestellt werden – ob der Präsident nun schwarz ist oder nicht. Das Gedicht spricht davon, wie schwarzen Amerikanern die Selbstzerstörung einprogrammiert wurde und was sie tun müssen, um diese zu überwinden. „His Story“ beschreibt die Misere junger schwarzer Männer in den Großstadtghettos des Landes, und in „Requiem“ erläutert der Dichter, warum er den Blues – weltweit als einzigartige afroamerikanische Kunstform gefeiert – partout nicht singen will.
Jon Sass Live
Tuba-Virtuose Jon Sass improvisiert live im Wiener Jazzclub „Porgy & Bess“ (Mai 2009).